Quantenverschränkung und wie man allen Ernstes in Frage stellen kann, dass der Mond existiert, wenn niemand hinsieht

Der Vortrag ist eine Präsentation von einigen einfachen experimentellen Resultaten in der Quantenphysik, die im Rahmen einer Tagung zur Kunstvermittlung vielleicht als Lecture Performance verstanden werden könnte. Darin wird der Versuch unternommen, zu vermitteln, was es mit dem Phänomen der Quantenverschränkung auf sich hat. Somit bewegen wir uns zunächst eher im Bereich der Vermittlung oder Didaktik der Physik. Ziel ist es, Vorurteile auszuräumen und klar darzustellen, was wir darüber wissen und was nicht. Dadurch soll auch der Raum für eine Diskussion über die Konsequenzen dieser Resultate für unser Weltbild eröffnet werden. 


Außerdem soll die Frage aufgeworfen werden, ob oder unter welchen Bedingungen diese Arbeit - sowohl physikalische Forschung als auch deren Vermittlung - als Kunst(-Vermittlung) verstanden werden kann: Zur dOCUMENTA (13) wurden innerhalb einer Kunst-Ausstellung ebenfalls Versuchsaufbauten zur Quantenverschränkung präsentiert. Welche Erkenntnispotentiale hatte das für die beiden Disziplinen?

Armin Hochrainer ist Quantenphysiker in der Gruppe von Anton Zeilinger am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien, wo er an seiner Dissertation arbeitet. Zuvor schloss er sein Masterstudium an der Technischen Universität Wien ab. Seit 2015 ist er Mitglied des Doktorandenkollegs »Complex Quantum Systems« (CoQuS). Abgesehen davon hat er einen Bachelor-Abschluss in Medien und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien.

In seiner Forschungstätigkeit befasst sich Armin Hochrainer mit Experimenten zu fundamentalen Fragen der Quantenphysik und mit möglichen Anwendungen von Quanteninterferenz. Er arbeitete bereits an mehrere Experimenten mit verschränkten Photonen.


Tim Pickartz studierte Kunst, Philosophie und Germanistik auf Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen. Er fragte in seiner Examensarbeit nach der »Möglichkeit einer Analytik des Hässlichen in Kants Ästhetik«. Seit 2011 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl »Kunst/Kunstgeschichte und ihre Didaktik« beschäftigt. Die Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind Kuratorische Praxis, Ausstellungsanalyse und die Vermittlung von Gegenwartskunst. Darüber hinaus arbeitet er als Kunstvermittler unter anderem auf den Skulptur Projekten 2017 oder der dOCUMENTA (13). Letztere war auch Gegenstand seiner Promotion unter dem Titel »›Der Tanz war sehr frenetisch…‹ - Kuratorische Praxis, Kunstvermittlung und Vermittlungskunst auf der dOCUMENTA (13)«.