Digitale Masken

Eine exemplarische Untersuchung von Masken im digitalen Zeitalter

Diese Inszenierung befasst sich mit drei Definitionen von Masken und deren dualistischen Charakter. Als ein Ding von räumlicher Gestalt, sind Masken zugleich Kommunikationsmittel, wie auch zur metaphorischen Grenzüberschreitung zwischen der geistlichen und der realen Welt befähigt. Die gegenwärtigen Medien entbinden jedoch die digitale Version der Maske, von den Limitationen des physischen Raums. Das synthetische Gesicht thematisiert die binäre Beziehung zwischen Natur und Technik, und 


spielt mit den subversiven Wahrnehmungsprozessen von Raum und Zeit. So führt die Auflösung der analogen Repräsentation zu einer körperlosen Maske in den illusionären Sphären. Dabei hebt sich auch die dualistische Relation von Innen und Außen auf, welche als das Verhältnis von Betrachtenden und Darstellenden angesehen werden kann. Der Vortrag fokussiert die Definition zum ›Abdruck‹. Jener setzt sich mit der digitalen Erfassung von Gesichtern und deren wiederholten Reproduktion auseinander.

Manuel Ahnemüller ist Gestalter und Konzept-/ Entwickler, sowie im Bereich der Kunst– und Kulturvermittlung tätig. Seine Arbeitsabläufe zeichnen sich durch eine experimentelle und prozessorientierte Formanalyse aus. Fokus seiner Arbeit sind die Themen der Identität, der Interaktion und des kulturellen Erbe, welche durch räumliche Transformationen als Erfahrung erlebbar werden. Dies verdeutlicht sein Entwurf »Geschlecht der Macht« (Bachelor, 2016), welcher sich mit der sozialpolitischen Genderdebatte auseinandersetzt und seine Masterarbeit »Masken im digitalen Zeitalter«, welche das synthetische Gesicht und die Limitationen des physischen Raums behandelt. Manuel wurde nach erfolgreich bestandener Prüfung im Juli 2018 mit der höchsten künstlerischen Auszeichnung, dem Meisterschüler-Studium an der Universität der Künste Berlin gewürdigt.