kunst:pädagogik | netz:werk

Entwicklung einer digitalen Informationsplattform zur Unterstützung von theoriegeleitetem und zeitgemäßem Kunstunterricht

Das Projekt kunst:pädagogik | netz:werk ist im Spannugsfeld zwischen theoretischer und praktischer Arbeit verortet und stellt sich der Frage nach einer zeitgemäßer Synthese beider Bereiche. Im theoretischen Teil widmet es sich der Fragestellung, welche Schnittmengen bestehende kunstdidaktische Positionen haben. Gesucht werden Gemeinsamkeiten, Schnittpunkte und Verknüpfungen aber auch Kontraste, Gegensätze und Widersprüche. Es gilt diese zu identifizieren, zu strukturieren und zu aggregieren. Der praktische, gestalterische Anteil widmet sich der visuellen Darstellung und webbasierten Veröffentlichung der theoretischen Ausarbeitung unter Berücksichtigung von Usability und User Experience Design – Dies könnte sich als interaktive Plattform gestalten. Die Leistung des Projekts besteht in der Summe seiner Teile also in der visuellen Übersetzung der Synthesen von kunstdidaktischen Positionen in ein nutzerfreundliches und zeitgemäßes Tool. Der daraus resultierende Mehrwert ist ein niedrigschwelliger Zugang für verschiedene Akteure im Feld der deutschsprachigen Kunstpädagogik, der in dieser Form einzigartig ist. Die Problemstellung gründet auf folgenden Thesen: 

Kunstunterricht findet oft handlungsorientiert und nicht auf theoriegestützten Grundlagen statt. Deshalb liegt ein überstarker Fokus auf dem operativen Handeln. Um dies zu überwinden, ist eine Auseinandersetzung mit kunstdidaktischen  Positionen notwendig und sinnvoll. Die Auseinandersetzung mit eben diesen Positionen stellt aufgrund der Komplexität eine Hürde im Unterrichtsalltag dar; theoriegeleitetes Handeln wird dadurch erschwert. Um dies zu vereinfachen, bedarf es einer Form der Wissenskommunikation, welche die Komplexität des Gesamtsystems erfasst, diese strukturiert und durch eine systematische Visualisierung für ein breites Publikum zugänglich macht.

Eine wesentliche Leitfrage, die sich durch die Arbeit zieht und im Wechselspiel zwischen theoretischer Grundlagenarbeit und praktischer Umsetzung verortet ist, ist die der systematisierten Übertragbarkeit von Informationen in eine interaktive Oberfläche. Die Notwendigkeit einer solchen Schnittstelle ist im Wesen des Faches Kunst begründet: Kunstpädagogik selbst agiert ebenfalls stets an Schnittstellen. Sie hinterfragt und regt zur Auseinandersetzung mit der Umwelt und der eigenen Person an. Eine entsprechende Verantwortung in ihrer Rolle als Lernbegleiter und Moderator muss zukünftigen Lehrpersonen in diesem Zusammenhang verdeutlicht werden. Um diese Professionalisierung der Fachdisziplin und der handelnden Akteure abzubilden und zeitgemäß zu fördern, bedarf es unterstützender Strukturen, wie sie die geplante Plattform zu geben vermag. 


Nach seinen Studienabschlüssen an der Bauhaus-Universität Weimar (B.F.A, Produktdesign; 1. Staatsexamen Lehramt für Kunsterziehung an Gymnasien) blieb Dominic Dives an seiner Alma Mater und arbeitet seit 2017 im universitätsinternen eLAB - Zentrum für digitale Lehre sowie an der Professur Kunst und ihre Didaktik. Als Experte für multimediales Lernen ist er im eLearning-Labor der Universität hauptverantwortlich für digitale Lehr-und Lernberatung, didaktische Planung und Begleitung von Lehrveranstaltungen, sowie die Ausbildung von Studierenden zum eTutor. Neben dem eigenem Lehrangebot mit Fokus auf Beurteilungsprozesse im Kunstunterricht und digitalen Medien in der Kunstpädagogik beteiligt er sich darüber hinaus als Co-Autor an diversen Publikationen zu multimedialen Lernprozessen. Persönliches Forschungsinteresse liegt auf den Schnittpunkten von Kunst(erziehung) und Digitalisierung.