Das Kunstmuseum als Ort kultureller Praxis

Der Impuls skizziert das Kunstmuseum als Ort des öffentlichen Denkens und routinierter kultureller Praktiken. Doch wann wird eine Vermittlungssituation überhaupt zur kulturellen Praxis und ab wann ist ein Museumsbesuch routiniert? Beispielhaft sollen hierzu Interaktionen, Formate sowie kollaborative Projekte zu der Sammlung des Museum Ostwall im Dortmunder U vorgestellt werden. Die fokussierten Projekte folgen in ihrer Konzeption und Umsetzung dem Anspruch des Fluxus-Künstlers Ben Vautier »anybody can have an idea« welcher als Aufruf verstanden 


werden kann, die Objekte und den Sammlungsraum als Denkraum zu benutzen und ihn als Kommunikationsanlass und als Verhandlungsfläche alltagsweltlicher, historischer, zeitgenössischer, politischer, sozialer Themen zu definieren. In den vorgestellten Projekten angelegt sind auch Fragen zur institutionellen Haltung und zur Qualität von Vermittlungsformaten implizit. Das Kunstmuseum wird zum demokratischen Aushandlungsort des historischen und zeitgenössischen Umgangs mit dem materiellen Kulturerbe sowie den immateriellen Ideenwelten der Kunst. 

Sarah Hübscher (*1981) ist Kulturwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin, publiziert in unterschiedlichen Medien in den Kontexten Kunst, Kultur, Erinnerungskultur, Vermittlung und Bildung. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Kulturanalyse und Kulturvermittlung im musealen Kontext und urbanen Raum sowie Ausstellungen als Interaktionsräume. Ihr Interesse liegt in der Bildung und Vermittlung im Museum, der Analyse und Initiierung von Strategien medialen Wissenstransfers, sowie der Konzeption von Ausstellungen und Interaktionen als Bildungsbewegungen. Sie ist freie Mitarbeiterin in der Abteilung »Bildung und Kommunikation« des Museum Ostwall im Dortmunder U und Projektleiterin diverser Formate. 2019 promovierte sie zum Thema »Interaktion als kulturelle Praxis – Das Museum Ostwall im Dortmunder U«. Sie arbeitete im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Social Media) für Kunst- und Kultureinrichtungen und erlangte ein Hochschulzertifikat im Studiengang Kuratorisches Wissen & Kunstpublizistik. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund in der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.