Skulpturales Handeln in Lehr- und Lernkontexten einer postdigitalen Gegenwart

Welchen Beitrag kann Kunstunterricht zur Entwicklung von Souveränität im Umgang mit den Möglichkeiten und Bedingungen einer digitalisierten bzw. mediatisierten Lebenswelt leisten? Ausgehend von einer kritischen Befragung der Relevanz skulpturalen Arbeitens im Zeitalter der Digitalisierung, die auf die PX-Serie von Dorothee Golz Bezug nimmt, sollen Chancen, die das in diesem Kontext nur wenig beachtete skulpturale Handeln eröffnet, erkundet werden. Hierzu werden zeitgenössische künstlerische Positionen, die einem erweiterten und sich im Zusammenhang mit postdigitalen Entwicklungen weiter entgrenzenden Feld des Skulpturalen zugeordnet werden können, unter drei Frageschwerpunkten in den Blick genommen:

1.     Welchen skulpturalen Problemen gehen Künstler*innen unter Einbezug neuer Materialien und Werkzeuge, aber auch sich digitalisierungsbedingt verändernder Distributions- und Partizipationsformen in ihrer Arbeit nach?   


2.     Inwiefern werden Besonderheiten einer mediatisierten Lebenswelt zum Gegenstand installativer Arbeiten, wenn diese die Materialität von Medien sowie Übergänge zwischen nahsinnlichen Erfahrungen und den Wahrnehmungsweisen auditiver und/oder visueller Medien erfahrbar werden lassen?  

3.     Inwiefern kann skulpturales Handeln als Auseinandersetzung mit einem zeitgenössischen und damit in unterschiedlichem Maße durch die Sozialisationsbedingungen einer digitalisierten Lebenswelt beeinflussten Erleben von Ding, Körper, Raum und Zeit verstanden werden? 

Aus einer kunstpädagogischen Perspektive wird auf der Basis einer Erkundung dieser drei Bereiche künstlerischen Arbeitens überlegt, welche Bildungschancen skulpturalen Handelns in Lehr-und Lernkontexten erkennbar werden, wenn zeitgenössische skulpturale Möglichkeiten, sich beobachtend, kritisch und transformativ mit einer als postdigital begriffenen Lebenswelt auseinanderzusetzen, in den Blick genommen werden.  

Susanne Henning, Dipl. Ing. Architektin, seit 2018 wiss. Mitarbeiterin im Fach Kunst, Bereich Kunstpädagogik an der Universität Siegen. 1987-1992 Architekturstudium an der FH Lippe, 2004-2011 Lehramtsstudium der Fächer Deutsch, Kunst und Physik an der Universität Paderborn, 1. und 2. Staatsexamen, 2013-2018 wiss. Mitarbeiterin im Fach Kunst, Bereich Bildhauerei und Didaktik der Universität Paderborn. 2019 Promotion zu Schnittstellen architektonischer und skulpturaler Bildungsprozesse.


Abbildung: Dorothee Golz: PX 3202 (2013)