8. Studentische Tagung zur Kunstvermittlung  |  7. - 10. November 2019  |  Universität Paderborn

KUNSTVERMITTLUNG 4.0

RELATIONEN ON- & OFFLINE - ALLES MIT ALLEM VERBUNDEN?

BLOG - AKTUELLER BEITRAG

15. Juli 2019


Das liegt doch auf der Hand, oder?

Nachdem entschieden war, dass die 8. Studentische Tagung zur Kunstvermittlung in Paderborn stattfinden würde, war eine unserer ersten Aufgaben, ein Layout zu entwickeln, dass unser Thema vermittelt und gleichzeitig Interesse weckt und einen hohen Wiedererkennungswert hat. Das Ergebnis sind unsere pinken Hände... doch wie wir dazu kamen, liegt vielleicht doch nicht auf der Hand!? Daher stellen wir Euch heute die Geschichte vor, wie wir zu diesem Erscheinungsbild kamen.

 

Am Anfang stand die Frage, wie das Digitale aussieht, das Internet, das Virtuelle? Hier sind es vor allem das Unstoffliche, das Unsichtbare und gegebenenfalls das Elektronische, dass uns in den Sinn kam. Und die Matrix-Filme. Die Bildersuche im Internet ergibt vor allem eines: eine hellblaue Farbgebung. Allerdings hätten sich hieraus Designs ergeben, die kaum ein Alleinstellungsmerkmal haben - und somit auch kaum Interesse wecken würden.

 

Also fragten wir uns zunächst: Wie sieht Kunstvermittlung eigentlich aus? Trotz der unzähligen Möglichkeiten, wie sich Kunstvermittlung ereignen kann, kommen einem zunächst vor allem Formate in den Sinn, in denen eine Person - die Vermittlerin bzw. der Vermittler - anderen Personen Kunst zeigt oder erklärt. Die Führung dürfte nach wie vor das üblichste dieser Formate sein.  Sucht man online nach Bildern zum Begriff "Kunstvermittlung" sind es Führungen und Workshops, die in den Ergebnissen dargestellt werden. Und noch etwas fällt auf: Häufig zeigt die Vermittlerin oder der Vermittler auf etwas oder gestikuliert passend zum - nicht über das Bild vermittelte - Gesagtem. Blicke werden durch Zeigegesten gelenkt, so wie Gedanken durch Sprechakte.

Von diesem Gedanken ausgehend nehmen wir an, dass Gesten und Berührungen auch außerhalb der Vermittlung am ehesten dazu geeignet sind, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten - auch über kulturelle Grenzen und Sprachräume hinweg. Natürlich sind Gesten nicht grundsätzlich allgemeinverständlich, aber definitiv eher als gesprochene Sprache. 

 

Dann kam der Geistesblitz, der dazu geführt hat, dass die Hände zu unserem Markenzeichen wurden: Bei erneuter Recherche zum Digitalen fiel unser Fokus weniger auf das Visuelle, als auf die Wortherkunft. "Digital" leitet sich vom lateinischen Wort "digitus" ab, welches zum einen einen Zeigestab bezeichnet, aber vor allem den "Finger". Damit ist die Geste - und vor allem die Zeigegeste - bereits im Begriff des Digitalen und seinem ganzen Bedeutungsfeld vorweggenommen. (Technisch meint digital, dass es nur absolute Werte ohne Zwischenabstufungen gibt. Also die berühmten Einsen und Nullen. Aber auch beim Zählen mit der Hand erscheint es sinnvoll, nur in ganzen Zahlen bis Fünf zu zählen...)

 

Statt einfach irgendeine Hand bzw. Geste zu unserem Logo zu ernennen, haben wir uns entschieden, ganz unterschiedliche Hände aus berühmten Kunstwerken und ähnlichem zu nutzen. Für unseren Call for Paper haben wir uns mit der Erschaffung Adams von Michelangelo an dem vielleicht bekanntesten Paar Hände der Kunstgeschichte orientiert. In diesem Beispiel gibt es noch ein kleines Detail: In unserer Darstellung sind die Hände Adams und Gottes vertauscht. Zum einen dachten wir, so das heutige Verhältnis von Mensch und dem "Geist in der Maschine" besser zu beschreiben, zum anderen hoffen wir schließlich darauf, dass durch Euch und eure Antworten auf den CFP erst etwas erschaffen wird.

 

Weitere Hände wurden zum Beispiel durch Ai Weiwei, Auguste Rodin oder Leonardo da Vinci inspiriert und jeweils passenden Themenbereichen unserer Tagung zugeordnet. Somit haben wir nicht etwa ein Logo, sondern viele unterschiedliche Hände bilden durch den gemeinsamen Farbton (Hauptsache kein helles Blau!) ein gemeinsames Erscheinungsbild. Denn schließlich kann man erst mit vielen Händen Alles mit Allem verbinden, oder?

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